B74 im Ortsteil Scharmbeckstotel, Bildquelle: Hoffmann mit KI
Nach der Kommunalwahl: Ein klares Signal gegen das Projekt B74neu!
Die Kommunalwahl im Landkreis Osterholz ist vorbei. Obwohl auch andere Themen für die Bürgerinnen und Bürger wichtig waren, war die B74neu für viele ein zentrales und drängendes Anliegen. Meine Gespräche mit den Kommunalpolitikern vor Ort haben ein eindeutiges Ergebnis gebracht: Das Straßenbauprojekt ist in seiner derzeit geplanten Form schlichtweg nicht gewollt und in dieser Dimension nicht nötig.
Da die behördliche Entscheidung über die Vorzugstrasse bereits für den Jahreswechsel 2026/2027 ansteht, müssen die neu gewählten Mandatsträger in den Kommunalparlamenten und im Kreistag diese Haltung nun in konkretes Handeln übersetzen und den nötigen Druck auf Land und Bund aufbauen.
Was jetzt von der Kommunalpolitik erwartet wird
Beschluss für einen Planungsstopp: Ein klares Signal aus den Räten und dem Kreistag nach Hannover und Berlin für ein Aus der derzeitigen Trassenplanung.
Fokus auf Sofortmaßnahmen: Schnelle Lärm- und Verkehrsberuhigung für die Anwohner durch Flüsterasphalt, optimierte Ampelschaltungen und sichere Überwege.
Modulare Alternativen: Stopp von veralteten Großprojekten zugunsten umweltverträglicher, zeitnah umsetzbarer Lösungen und regionaler Verkehrslenkung.
Kernpositionen aus den Gesprächen mit der Politik
In den Dialogen mit lokalen Vertretern zeigten sich deutliche Überschneidungen und gemeinsame Ansätze:
Markus Lehmann (CDU): Konsens beim Dreiklang aus Mensch, Umwelt und Wirtschaft. Gefordert werden sofortige Entlastungen für Anwohner sowie umsetzbare Alternativen – etwa die Anbindung an die A27 über die neue Wümmebrücke. (Details im Format „60 Minuten mit Markus“ auf der Website „Ritterhude im Blick“)
Wilfried Guttmann (Team Ritterhude): Plädoyer für eine echte Ortsumgehung statt eines Autobahnzubringers (siehe Resolution „Zurück zur Ortsumgehung“). Der Blick in die bis in die 1960er Jahre zurückreichende Historie zeigt, wie sehr sich die ursprünglichen Planungen verschoben haben.
Dr. Fabian Albrecht (CDU): Sachliche Einordnung der rechtlichen Lage: Die Planungshoheit liegt zwar beim Land Niedersachsen (NLStBV), doch der Kreistag hat entscheidende Hebel. Als Träger öffentlicher Belange kann er hohe Anforderungen an den Lärm- und Naturschutz stellen sowie durch Resolutionsbeschlüsse ein Moratorium zur Neuplanung einfordern.
Herr Haß (SPD), Herr Gödeke (Bürgerfraktion) & Herr Beckmann (SPD): Einigkeit darüber, dass das Großprojekt am tatsächlichen Bedarf vorbeigeht. Unter heutigen Gesichtspunkten – Klimaschutz, Erhalt der Natur und knappe Finanzen – ist ein massiver Straßenneubau weder zeitgemäß noch erforderlich.
Jetzt gemeinsam handeln!
Die Gespräche zeigen ein geschlossenes Bild: Die B74neu in der jetzigen Form hat im Landkreis Osterholz keine Zukunft.
Formell liegen Bau- und Planungshoheit zwar beim Land und beim Bund, doch ein geschlossener Kursschwenk der Räte und des Kreistags erhöht den Druck auf Hannover maßgeblich. Jetzt gilt es, diesen Konsens in den Gremien umzusetzen.
Wir fordern von den neu gewählten Abgeordneten den Mut zu gemeinsamen Resolutionen gegenüber Land und Bund. Zudem plädiere ich nachdrücklich für die Einrichtung einer regionalen Projektrunde B74 – getragen von aktiven Bürgerinnen und Bürgern aus unserer Region mit Fachkompetenz aus Umwelt, Wirtschaft, Verkehr und Recht. Ziel dieser Projektunde ist die enge, konstruktive Zusammenarbeit mit dem zuständigen Kreistagsausschuss, um gemeinsam praxisnahe und zukunftsfähige Alternativen direkt vor Ort zu erarbeiten!
Um Ihnen transparente Fakten und klare Lösungsansätze an die Hand zu geben, habe ich die wichtigsten Hintergründe und Argumente für Sie aufgearbeitet. Klicken oder wählen Sie einfach das Thema, das Ihnen besonders unter den Nägeln brennt:
👉 Bundesstrasse 74: Heimat bewahren, Zukunft gestalten!
👉 Der aktuelle Planungsstand & Die Historie – Warum sich die Entscheidung der Landesbehörde verzögert.
👉 Mein Leitbild: Der sensible Dreiklang – Wie wir die Interessen von Mensch, Umwelt (Klimaneutralität 2045) und Wirtschaft (Landwirtschaft & Industrie) in Waage halten.
👉 Die verkehrspolitische Sackgasse – Warum die geplante „Rennstrecke“ eine fatale Transitlawine anlockt und wie die echte funktionale Trennung von Regional- und Fernverkehr aussieht.
👉 Projektrunde B74 – Warum wir eine überparteiliche, agile Plattform brauchen und wie Sie Ihre Expertise (Recht, Planung, Wirtschaft) einbringen können.